Kunst
Konzert
La famiglia – Ein neapolitanischer Abend im Kreuzberger Hinterhof
Mit Liedern aus der Unterwelt ist Rachelina mit ihrer Band Maccheronies zu Gast. Um Mitternacht beginnt ihr Konzert. Rachelina ist eine Neapolitanerin aus Kreuzberg. Sie braucht keine Bühne und keine besondere Ausstattung. Sie tritt auf, und das Museum in der Fidicinstraße wird zum neapolitanischen Hinterhof.
Begleitet wird sie von fünf Musiker*innen aus ganz Europa. Mit den Liedern und Singspielen des italienischen Bühnenautors Raffaele Viviani im Gepäck erwecken die Musiker*innen an diesem Abend Figuren zum Leben, die seit einem Jahrhundert auf genau solche Orte warten: die Wasserverkäuferin, den Handwerker, den Fischer und die Gestalten der Malavita, den Guappo, den Camorra-Mann, die Prostituierte mit ihrem Beschützer. Viviani, der Bertolt Brecht Neapels, hat ihnen allen eine Stimme gegeben, ohne Verklärung, ohne Verurteilung, mit scharfem Witz und einer Musik, die sich um keine Konvention schert.
Dass dieser Abend ausgerechnet hier stattfindet, ist kein Zufall. Kurt Mühlenhaupt war Leierkastenmann, Gelegenheitsarbeiter und Trödler, bevor er zum Maler wurde und auf seinen Bildern bevölkern dieselben Figuren die Leinwand, die Viviani auf die Bühne brachte: Menschen am Rand, die sich durchschlagen, manchmal mit, manchmal ohne Rücksicht auf das Gesetz. Kreuzberg und Neapel liegen weit auseinander. Aber die Moral der Straße kennt keine Stadtgrenzen.
Hof und Museum bedingt rollstuhlgeeignet – das Museum ist für Rollstuhlfahrer zugänglich. Der Museumshof und damit auch der Zugang zum Museum ist mit Kopfsteinpflaster gepflastert, weshalb wir uns als nur bedingt rollstuhlgeeignet bezeichnen.